Dario – Zivildienstleistender

«Jeder Tag ist anders, das gefällt mir. Ich wusste schnell, dass ich anstelle des Militärs lieber Zivildienst leisten möchte. Mein Schwager hatte seinen Zivi-Einsatz bereits abgeschlossen und berichtete mir von der Stiftung Schweizer Tafel. Ich kannte die Organisation bislang nicht, war aber von dem, was ich hörte, begeistert. Ich bewarb mich anschliessend für einen Langzeiteinsatz bei der Region Zentralschweiz in Rothenburg. Maik Deutschmann, Leiter der Region, stellte mir Informationen zur Verfügung und lud mich zu einem Probetag ein. Danach war für mich klar, dass ich bei der Stiftung Schweizer Tafel meinen zweiten Zivi-Einsatz absolvieren möchte», erzählt uns Dario.

Der 27-Jährige ist seit sechs Monaten bei der Schweizer Tafel Tag täglich im Einsatz, es ist bereits seine letzte Woche. «Ich bin gelernter Logistiker und habe eine Weiterbildung zum Logistikfachmann absolviert. Ich erhielt bei einem Medizinaltechnik-Unternehmen, das sich gegen Krebs einsetzt, die Chance mehr Verantwortung zu übernehmen und arbeite nun mehrheitlich im Büro. Die Arbeit motiviert mich, denn ich weiss, dass unsere Tätigkeit vielen Menschen helfen kann. Dies war auch mein Vorsatz bei der Suche nach einem passenden Zivildienst-Einsatz. Es war mir wichtig, dass mein Dienst etwas Sinnvolles bewirkt und dass ich mich mit der Arbeit identifizieren kann. Zum Glück erfuhr ich durch meinen Schwager von der Stiftung Schweizer Tafel. Dadurch durfte ich in den vergangenen sechs Monaten wunderbare Erfahrungen sammeln und bin überzeugt, dass ich etwas Gutes getan habe. Klar, die Sammeltouren waren körperlich anstrengend. Ich erinnere mich aber gerne an die Gesichter der Abnehmer, wenn wir die Lieferwagentüren öffneten und sie die geretteten Lebensmittel sahen. Wenn ich die Freude der Abnehmer sah und deren Dankbarkeit spürte, ging mir das Herz auf. Das ist den Muskelkater allemal wert 😉», erzählt uns Dario mit einem Grinsen.

Die Teamkollegen der Region Zentralschweiz schätzen Dario sehr. Maik Deutschmann, Leiter der Region weiss, wie wichtig motivierte Leute sind: «Ohne die Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Zivildienst wäre unser Tun wohl kaum möglich. Jede Region der Schweizer Tafel verfügt lediglich über ein bis zwei Festangestellte. Wir sind auf die Zivildienstleistenden und Freiwilligen angewiesen, die uns bei den Sammeltouren und bei der Verteilung der Waren unterstützen. Wenn es dann Personen sind, die motiviert anpacken, macht es umso mehr Freude.»

Dario erzählt uns, wie ein Arbeitstag bei der Schweizer Tafel aussieht. «Ein Tag bei der Schweizer Tafel startet im Lager der Region in Rothenburg. Wir versammelten uns um 7.30 Uhr und werden von Maik instruiert. Wir besprechen die anstehenden Touren und erhalten die Listen mit den Abholungen und Lieferungen. Maik erklärt pro Tour, was speziell beachtet werden muss. Es kann Spezialabholungen geben oder es wurden beispielsweise neue Lebensmittelabnehmer in die Tour aufgenommen. Nach dem Briefing holen wir die Lieferwagen. Teilweise laden wir noch Waren aus dem Lager ein. Im Lager stehen hauptsächlich lang haltbare Produkte wie Eingemachtes, Gewürze, Salz, Zucker, Hygieneartikel. Einmal wurde uns sogar eine Palette Hundefutter gespendet. Diese Produkte verteilen wir nach und nach. Gegen 8.00 Uhr fahren wir los. Es sind immer zwei Personen pro Fahrzeug eingeteilt. Ich finde es gut, dass die Teams nicht fix sind. So konnte ich verschiedene Leute kennenlernen. Wir hatten es immer gut miteinander.» Dario lächelt und fährt los: «Bei einer Tour sammeln wir Waren ein und verteilen diese gleich wieder. Das bedeutet, dass wir zu Beginn einige Lebensmittelspender, wie Detailhändler und Bäckereien, anfahren. Dann sollten wir genügend Ware im gekühlten Lieferwagen haben, sodass wir die ersten Lebensmittelabnehmer beliefern können. Die Touren sind möglichst gut vorgeplant, es liegt aber stets im Ermessen der Fahrerinnen und Fahrer, ob sie die Reihenfolge einhalten oder etwas abändern, damit die Abnehmer auch genügend Ware erhalten. Nicht immer haben die Lebensmittelspender Ware, die wir abholen können. Hier hilft die Erfahrung. Daher schaut Maik auch, dass eher neue Helferinnen und Helfer mit erfahrenen Personen unterwegs sind. Mit der Zeit kennen die Fahrerinnern und Fahrer die Bedürfnisse der Abnehmer, eine Organisation schätzt beispielsweise die Backwaren sehr, eine andere das Obst und wiederum andere Abnehmer sind für eine möglichst grosse Vielfalt dankbar. Wir geben unser Bestes, eine zufriedenstellende Verteilung hinzubekommen. Leider kann es vorkommen, dass wir zu wenige Lebensmittel einsammeln, dann rufen wir in der Zentrale an und erkundigen uns, ob unterdessen eine Spezialspende reingekommen ist. Maik koordiniert dann die optimale Verteilung. Ist die Tour fertig, fahren wir zurück nach Rothenburg, räumen die Kisten im Wagen um, reinigen die Fahrzeuge, wenn nötig, parken diese und geben Maik Feedback zur Tour. Um 16.30 Uhr verabschieden wir uns voneinander.»

Dario beendet seinen Langzeiteinsatz als Zivildienstleistender mit wertvollen Eindrücken, die ihn weiterhin begleiten werden und meint: «Ich kann den Zivi-Einsatz bei der Schweizer Tafel definitiv weiterempfehlen.»

Danke Dario und allen anderen motivierten Zivildienstleistenden, die uns tatkräftig unter die Arme greifen!

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