Food Waste - Lebenmittelverschwendung
In der Schweiz gehen jedes Jahr enorme Mengen an Lebensmitteln verloren – entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Dieses Phänomen wird als Food Waste bezeichnet und hat weitreichende ökologische, wirtschaftliche und soziale Folgen. Die Reduzierung von Lebensmittelverschwendung ist daher ein zentraler Bestandteil nachhaltiger Ernährungssysteme und Klimaschutzstrategien.
330 Kilogramm Food Waste pro Person - pro Jahr
Das ist die Menge an Lebensmitteln, die in der Schweiz jährlich verschwendet wird.
2,8 Millionen Tonnen Lebensmittelverluste fallen in der Schweiz insgesamt pro Jahr an.
Innerhalb Europas schafft es die Schweiz damit auf Platz 2 der grössten Lebensmittelverschwender, übertroffen einzig durch Portugal.
Das Problem zieht sich durch die gesamte Wertschöpfungskette. In der Schweiz fallen pro Jahr rund 778'000 Tonnen Lebensmittelabfälle aus Privathaushalten, 1'205'000 Tonnen aus der Lebensmittelindustrie, 210'000 Tonnen aus der Gastronomie und 279'000 Tonnen aus dem Detailhandel an.
Das Erschreckende: Von den insgesamt 2,8 Millionen Tonnen wären zum Zeitpunkt der Entsorgung noch rund 2/3 geniessbar. Trotzdem landen sie im Abfall.
In der Landwirtschaft schaffen es die Produkte meist nicht bis auf unsere Teller, weil Karotten zu krumm oder die Gurken zu lang sind – zu strenge Handelsnormen sorgen dafür, dass einwandfreie Lebensmittel nie den Weg zu den Konsument:innen finden.
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Mit dem Aktionsplan gegen die Lebensmittelverschwendung will der Bundesrat die vermeidbaren Lebensmittelverluste bis 2030 gegenüber 2017 halbieren – im Einklang mit dem Nachhaltigkeitsziel 12.3 der Agenda 2030.
Das Nachhaltigkeitsziel 12.3 der Agenda 2030 zielt darauf ab, die vermeidbaren Lebensmittelverluste pro Kopf im Vergleich zu 2017 zu halbieren. Dies umfasst Massnahmen zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung, zur Verbesserung der Ernährungssicherheit und zur Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft.
Einige Massnahmen wurden bereits umgesetzt - Schweizer Detailhändler haben ihre Prozesse optimiert und geben überschüssige Lebensmittel vermehrt an soziale Organisationen weiter, anstatt sie zu entsorgen. Die Kampagne «Kein Essen wegwerfen» des Bundes sensibilisiert Haushalte für den bewussteren Umgang mit Lebensmitteln. Und in der Gastronomie setzen immer mehr Betriebe auf digitale Bestellsysteme, um Überproduktion gezielt zu reduzieren.
Die Realität ist etwas ernüchternd: Von 2017 bis 2024 sank die Menge der weggeworfenen Lebensmittel um gerade einmal 5 Prozent. Für eine Halbierung bis 2030 wäre eine Reduktion von 25 Prozent nötig gewesen. Wir sind noch weit vom Ziel entfernt.
Hier setzt die Schweizer Tafel mit ihrem täglichen Engagement an. Seit 25 Jahren retten wir einwandfreie Lebensmittel aus dem Detailhandel und der Industrie, bevor sie im Abfall landen – und bringen sie zu Menschen, die sie wirklich brauchen.
Im vergangenen Jahr wurden so rund 8'500 Tonnen gerettete Lebensmittel mit Kühlfahrzeugen an soziale Einrichtungen wie Obdachlosenheime, Lebensmittelabgabestellen, Gassenküchen und Notunterkünfte verteilt.
25 Prozent der Umweltbelastung unseres Ernährungssystems sind auf vermeidbare Lebensmittelverluste zurückzuführen.
Wir diskutieren über Flugreisen, Elektroautos und CO₂-Steuern – aber das Essen, das wir täglich wegwerfen, ist ein genauso grosser Hebel. Die gute Nachricht: Anders als bei vielen anderen Klimathemen können wir in diesem Bereich ohne grossen Aufwand handeln.
Quellen: BAFU (2025), WWF Schweiz, UNEP Food Waste Index Report 2024, ZHAW Zwischenbericht 2025, Agenda 2030 EDA Admin
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