Stiftung Hoffnung für Menschen in Not
Die Anfänge der Schweizer Tafel vor 25 Jahren
Als Yvonne Kurzmeyer im Jahr 2000 die Stiftung gründete, hatte sie nicht in erster Linie die Rettung von Lebensmitteln im Sinn. Ihre Motivation war: Menschen, die am Existenzminimum oder darunter leben, finanziell zu entlasten und ihnen zu helfen, wo das bestehende Sozialnetz sie nicht oder nur unzureichend auffing.
Eine Fernsehreportage über City Harvest in New York – eine Organisation, die Lebensmittel an Obdachlose verteilte, weckte bei der Gründerin eine neue Idee. Bei weiteren Recherchen stiess sie auf die Berliner Tafel. Das Prinzip war einfach: Lebensmittel, die im Handel nicht mehr verkauft werden durften, wurden eingesammelt und kostenlos an soziale Einrichtungen weitergegeben.
Eine eigens in Auftrag gegebene Studie belegte, dass eine ähnliche Initiative auch in der Schweiz dringend benötigt wurde. Das Ergebnis: Jährlich wurden in der Schweiz bis zu 36 Kilogramm einwandfreier Lebensmittel pro Person allein wegen des Haltbarkeitsdatums aussortiert, was einem Gesamtvolumen von mindestens 150'000 Tonnen entspricht. Gleichzeitig galten damals rund 750'000 Menschen in der Schweiz als arm.
Beide Themen – Lebensmittelverschwendung und Armut – waren damals noch weitgehend tabuisiert. Armut in der Schweiz? Für viele war das damals kaum denkbar. Yvonne Kurzmeyer sprach das Thema trotzdem an – und fand Gehör. Mit der Gründung des Projekts «Schweizer Tafeln» traf sie einen Nerv der Zeit.
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Im Dezember 2001 eröffnete in Bern die erste regionale Tafel. Dies war der Startschuss für eine Dachorganisation, unter der lokale und regionale Tafeln autonom funktionieren, sich aber auf die gemeinsame Stiftung stützen können. Die Idee fand von Beginn an breite Unterstützung.
Bald folgten Tafeln in Zürich, Basel, Luzern und dem Aargau. Innerhalb kurzer Zeit belieferten sie soziale Einrichtungen mit rund 600 Tonnen Waren von über 80 Partnern aus dem Detailhandel – von grossen Verteilern bis zu kleinen lokalen Läden. Was als persönliches Engagement einzelner Menschen begonnen hatte, wurde in wenigen Jahren zu einer nationalen Bewegung.
Das damals entwickelte Modell ist bis heute tragfähig: Während die wenigen Festangestellten entlöhnt werden, bieten Freiwillige, Zivildienstleistende und Personen aus Beschäftigungsprogrammen breite, unentgeltliche Unterstützung. Fahrzeuge und Infrastruktur werden über Sponsoring und Partnerschaften finanziert. Das entlastet die rein spendenfinanzierte Stiftung finanziell enorm. Ein nachhaltiger Grundstein.
Heute rettet die Schweizer Tafel Lebensmittel aus über 600 Filialen in der ganzen Schweiz und ergänzt diese durch einen wachsenden Anteil direkt aus der Industrie. Aktuell verteilt die Stiftung rund 8.500 Tonnen Lebensmittel an über 500 soziale Einrichtungen. Die Zahlen haben sich vervielfacht, doch das Prinzip ist dasselbe geblieben.